Do
14
Jan
2010
Hamburg ist keine Sportstadt!
Tribüne Hammer ParkNicht erst seit den neuen Sparmaßnahmen kürzt Hamburg die Öffnungszeiten der Sportanlagen und lässt sie verkommen, wie beispielsweise das Stadion im Hammer Park, das in einem desolaten Zustand ist. (Foto: Hamburger Abendblatt)

Im Vorfeld der Olympiabewerbung 2003 wurde der Begriff von der angeblichen Sportstadt Hamburg geprägt und auch für die zukünftige Bewerbung wird diese irreführende Bezeichnung weiterhin verwendet
und von den Marketing und Tourismus GmbHs propagiert. Dabei beruft man sich auf die Veranstaltung von sportlichen Großereignissen, von denen es in Hamburg ja euch einige gibt, wie den Marathon,
Cyclassics, Cityman, usw. Wenn es aber nicht darum geht, sich mit prestigeträchtigen Veranstaltungen zu brüsten und den Hamburger Kaufleuten und Hoteliers zusätzliche Einnahmen zu verschaffen,
ist es mit dem Sportsgeist des Senats nicht weit her.
Im Gegenteil! In den letzten Jahren war zu beobachten, wie die Sportanlagen immer weiter verfallen und die Öffnungszeiten der Stadien verringert wurden. Das wohl krasseste Beispiel ist das
Stadion im Hammer Park, wie auch das Hamburger Abendblatt
berichtete. Am augenfälligsten ist wohl die Tribüne, die bereits vor Jahren abgebrannt ist und bis heute als Ruine dasteht. Weiter geht es mit den Umkleidekabinen und Toiletten, die jeder
Beschreibung spotten. Bedenkt man, dass der Hammer Park neben der Jahnkampbahn einer von zwei Leichtathletikstützpunkten in Hamburg ist, kann man eigentlich nur von einem Skandal sprechen.
Das Roadrunnerteam des TH Eilbeck, in dem es einige von Hamburgs besten Läufern gibt und das dort seit Jahren zweimal wöchentlich trainiert, hatte sich mit den Bedingungen arrangiert, obwohl es mit dem Platzwart und der zuständigen Behörde immer wieder Diskussionen gab, ohne dass sich irgendetwas änderte. Jetzt aber ist der Gipfel erreicht: In den Weihnachtsferien wurde die Anlage gesperrt, damit Platzwart seine angeblichen Überstunden abbummeln konnte, und nachdem er die völlig vereisen ließ, ist sie jetzt auf "unbestimmte Zeit" gesperrt. Dabei hätte Räumgerät zur Verfügung gestanden. Wie der Platzwart zu seinen Überstunden gekommen ist, bleibt ein Rätsel.
Gleiches gilt auch für die Jahnkampfbahn, die ebenfalls bereits seit drei Wochen gesperrt ist. Zwar ist die Anlage in einem deutlich besseren Zustand und wird auch gut gewartet, aber die Schließung der Bahn in den Schulferien ist ein wiederkehrendes Ärgernis und beraubt ambitionierte Sportler immer wieder ihrer Trainingsmöglichkeiten, die ja immerhin auch Mitgliedsbeiträge für ihre Vereine zahlen und denen Trainingszeiten auf den Anlagen zustehen. Also komme mir bei der nächsten Olypiabewerbung niemand mit "Sportstadt"! Der Senat interessiert sich nur dann für Sport, wenn er Einnahmen oder Prestige verspricht.
Mehr dazu in den Blogs von Christoph und Clemens und bei St-Georg.Info!
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2 Kommentare
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#1
Ein "Platzverbot für Spitzensportler" ist in einer Stadt, die sich selbst gern als "Sportstadt" bezeichnet, in der Tat nicht nur eine Katastrophe. Wie sehr sich seitens der zuständigen Ämter um eine Lösung bemüht wird, ist umso trauriger. Anscheinend ist das speziell ein Problem des Bezirks Mitte - aber hier gehören wir nun mal hin, und wenn die Zusammenarbeit nicht klappt, muss halt notfalls jemand gehen.
Aber das sollten nicht wir sein!!! -
#2
Manueller Trackback:
Hamburg: Platzverbot für Spitzensportler im Hammer Park Stadion (5 Archivfotos)
"Hammer Park, Leichtathletikstützpunkt in Hamburg gesperrt
Wut und Enttäuschung macht sich breit bei trainingswilligen Leichtathleten in Hamburg. Angeblich durch die Witterung bedingt, ist die Sportanlage Hammer Park derzeit auf unabsehbare Zeit nicht nutzbar. Leichtathleten, die mit den internen Umständen vertraut sind, sprechen vom Versagen des Bezirksamt Mitte bzw. beim Sportamt. (...)"
http://sankt-georg.info/artikel/902/sport-leichtathletik-hammer-park-stadion 
BSG Crosslauf, Foto: H. Sickart
